Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

News

Mystische Sage 2019 der Riettüfel Triber Altstätten

Das leuchtende Kind und der düstere Sharok

Es war die dunkelste Zeit des Jahres, als sich unheimliche Szenen im verschneiten Altstätter Schollenriet abspielten. Die alljährlichen Raunächte hatten begonnen.

Die Nacht war bitterkalt und der Himmel funkelte sternenklar. Aus den Schollengräben waberten Nebelfetzen hervor und vereinzelt wehte ein Windstoss Schnee von den Bäumen. Ein Fuchs huschte zwischen den Sträuchern hindurch, ansonsten bewegte sich im nächtlichen Riet weit und breit nichts. Im düsteren Schollenriet herrschte eine fast schon anmutige Totenstille.

Es fühlte sich an wie eine unheilvolle Vorahnung. Wie die besagte Ruhe vor dem Sturm.

Urplötzlich fing der Rietboden an zu zittern. Zuerst nur wenig, wie bei einem leichten Erdbeben, das man jedoch durchaus wahrnehmen konnte. Das Epizentrum lag mitten auf einem grösseren Torf-Feld mit vielen parallel  zu einander laufenden Schollengräben. Der Schnee rieselte von den Bäumen und Sträuchern. Vögel und Tiere flüchteten unter lautem Gezwitscher und Gewinsel.

Ein dumpfer Donnerhall, welcher unterhalb des Schollenriets seinen Ursprung hatte, durchbrach die Geräusche der Nacht. Für einen kurzen Moment hielt Alles Leben im Riet inne und lauschte gebannt was als nächstes passieren würde. Auch die versammelten Riettüfel Triber am Rande des Schollenriets horchten in die dunkle Nacht hinaus. Jedoch waren sie die Einzigen, welche gefasst waren was auf das Donnergrollen folgen würde.

Die Riettüfel Triber, etwa 30 Krieger an der Zahl, traten jetzt mit Fackeln in ihren riesigen Klauen aus den Schatten der Bäume auf die vom Mond ausgeleuchteten Moorflure. Die furchtlosen Kreaturen verteilten sich rund um das Höllengrollen aus der Tiefe, am Rande der Schollengräben entlang. Die Riettüfel Triber waren jedoch nicht allein. Eine der Gestalten war viel kleiner als die Restlichen. Die mit Hörner und Fell ausgestatteten Riesen hatten eine zierliche Gestallt in einem weissen Kleid in ihren Reihen.

Das Raunen und Grollen steigerte sich von Minute zu Minute in der Lautstärke und in der Intensität. Der Boden des Schollenriets fiel unter ohrenbetäubendem Getöse in sich zusammen. Ein etwa 8 Meter grosser Höllenschlund hatte sich im vorher noch friedlich nächtlichen Altstätter Riet aufgetan. Der Lärm war nun einem unheimlichen Pochen aus der Tiefe gewichen und heisser Dämonen Atem schoss zwischen den pulsierenden Herzschlägen aus dem tiefen Krater empor.

Der düstere Sharok war erwacht.

Düster sind die Absichten des riesigen Sharok allemal. Jedes Jahr in der ersten Rau Nacht steigt er aus der Tiefe herauf um die Welt in Dunkelheit zu hüllen. Wenn es nach dem Monster aus der Unterwelt ginge würde die tief schwarze Nacht auch stetig über Tage herrschen. Dieses Vorhaben konnten die Riettüfel Triber in der Vergangenheit stets vereiteln. Der gewaltige Sharok war diesmal jedoch stärker als jemals zuvor. Deshalb hatten die Riettüfel Triber diesmal Verstärkung, im Kampf gegen die Dunkelheit, mitgebracht.

Das Licht.

In der Form eines kleinen Mädchens soll es die Dunkelheit des Sharok besiegen. Alles Gute dieser Welt war vereint in diesem unschuldigen Kind um dem Bösen aus der Tiefe gegenüberzutreten.

Der Sharok, in der Gestalt eines riesigen Stieres, stieg, begleitet von dunklen Rauchfontänen und lodernden Flammen, aus dem tiefen Höllenschlund im Rietboden empor. 

Die Riettüfel Triber traten näher an den Krater heran und geboten dem düsteren Sharok, mit ihren mit Fell und Hörnern besetzten Stäben, Einhalt. Mit uralten Schlachtrufen stimmten die Riettüfel Triber das mystische Raunen an, um die dunkle Kreatur zu schwächen.

Das auserwählte Kind verspürte keinerlei Angst und trat noch einen Schritt näher an den Krater im Rietboden heran. Der Sharok schien durch das Geraune der mächtigen Perchten bereits schwächer zu werden. Zum Finale hin wogen die Riettüfel Triber ihre gewaltigen Schädel hin und her. Und ihre Schellen und Glocken läuteten jetzt im Takt.

Die lodernden und rauchenden Begleiter des dunklen Dämons aus der Tiefe wurden kleiner und kleiner. Als nun, durch die alten und mächtigen Rufe der Riettüfel Triber, das Mädchen mit dem weissen Kleid anfing in gleissendem Licht zu leuchten, war es endgültig aus mit der dämonischen Kreatur.

Das Licht hatte die Dunkelheit einmal mehr besiegen können.

Mit tiefem Grollen zog sich der besiegte Sharok in seine dunklen Tiefen zurück. Die Riettüfel Triber, noch etwas geblendet vom hellen Leuchten des nun verschwundenen Mädchens, hielten nun ihre Stäbe und Peitschen über den Erdkrater. Mit mystischen Schlägen und Hieben versiegelten sie das Höllenloch. Es zog wieder die gewohnte Ruhe im nächtlichen Schollenriet ein.

Die Riettüfel Triber zogen sich wieder in die Schollengräben zurück um den Sieg über den Sharok zu feiern. Diese Schlacht hatten sie gewonnen. Doch der nächste Kampf wird unausweichlich auf die Riettüfel Triber zukommen. In einem Jahr, wenn die dunkle Zeit der Raunächte wiederkommt, wird es der düstere Sharok erneut versuchen die Welt in ewige Dunkelheit zu hüllen.

Die Riettüfel Triber werden dann erneut bereit sein diese Schlachten zu gewinnen. 

Mystische Sage 2018 der Riettüfel Triber Altstätten

Die Riettüfel Triber im Kampf gegen die Nebelgeister

Es war tiefste Nacht, als die mysteriösen Ereignisse ihren Verlauf nahmen.

Die düsteren Nebelschwaden waberten zwischen den angrenzenden Bäumen und dem Schilfgürtel neben dem Schollengraben. Hin und wieder schien der blasse Mond hinter den Wolken hervor. Man hörte keinen Mucks. Es lag eine unheilvolle Totenstille über dem Schollenriet. Nur wenn der Mond für kurze Zeit zu sehen war, hörte man stets die markdurchdringen Schreie einer Nebeleule.

Wie durch Geisterhand zogen sich die düsteren Schwaden urplötzlich zurück und es schien als sammelten sie sich mitten auf einem Feld zu einem mitternächtlichen Treffen. Mitten auf jenem Schollenfeld, welches von knorrigen Trauerweiden umzäunt war, pulsierte ein loderndes Leuchten und rundherum schien der Nebel wild zu tanzen. Zuerst vernahm man nur ein leises Summen, aber langsam wurde das tiefe Grollen immer lauter. Die zuckenden Nebel wurden von dem heller werdenden Leuchten regelrecht angezogen, und es schien, als ob das lebendig wirkende Flackern die Nebelfetzen verschlingen würde. Der Nebel fing an, sich um das mysteriöse Licht zu drehen. Gleich einem Sog eines Wirbelsturms, welcher nun mit einem ohrenbetäubenden Grollen den ganzen Nebel in den modrigen Torfboden hineinzog.

Plötzlich, wie aus dem Nichts, war das unwirkliche Treiben mit einem dumpfen Knall vorbei. An jener Stelle, wo vorhin noch das Leuchten grell blitzte, stieg jetzt nur noch ein kleiner Rauch aus dem Schollenboden empor. Der Mond, welcher jetzt wieder vom klaren Nachthimmel schien, leuchtete die düstere Szenerie mit seinem weissen Licht aus. Im Schollenriet war es augenblicklich Still geworden. Kein Windhauch und keine Nebeleule waren jetzt noch zu hören.

Der Nebel war besiegt und wieder in die Tiefe des feuchten Torfbodens gezwungen worden.

Nach einer endlos zu scheinenden Minute voller herzzerreissender Stille, traten SIE nun am Rand des Feldes in Erscheinung. Es waren deren an die Zwanzig, welche jetzt innerhalb der von Trauerweiden umsäumten Schollenwiese aus den modrigen Tiefen des Riets an die Oberfläche traten.

DIE RIETTUEFEL TRIBER hatten die Nebelgeister wieder einmal mehr besiegen können. Dies war nicht immer der Fall gewesen. Die erbitterten Schlachten, in den dunklen Tiefen des Schollenriets, hatten in der Vergangenheit auch bei den Riettüfel Triber ihre Verluste gefordert. Einst waren sie mehrere tausend Krieger, unterhalb der Moore, in der alten Welt. Die Riettüfel Triber aus dem Schollenriet jedoch sind und waren seit jeher die siegreichsten im Kampf gegen die heimtückischen Nebelgeister.

An jenem Ort, wo zuvor der Nebel in den Torfboden verbannt wurde, traten die Riettüfel Triber nun an jene rauchende Stelle. Sie hielten ihre, mit den Hörnern der Ahnen besetzten, Holzstäbe hoch über Ihren vernarbten Schädeln zusammen. Mit uraltem Gemurmel beschworen sie das mächtige Feuer hervor, welches die Nebelöffnung im Schollenboden versiegeln soll. Sodass die Nebelgeister wieder für lange Zeit nicht mehr an die Oberfläche des Schollenriet gelangen können.

Es entstand ein acht Meter hoher Feuerwirbel. Damit überragte die wirbelnde Feuersäule die riesenhaften Riettüfel Triber um fünf Meter. Sie bändigten mit ihren Holzstäben und den aufgepflanzten Hörnern die lodernde Glut. Sie befahlen ihrem Helfer, dem mächtigen Feuer, die Nebelgeister im Schollenriet einzuschliessen und tief unter die Torferde zu treiben. Stück für Stück wurde der Feuertornado kleiner und frass sich seinen Weg in die modrige Tiefe des Riets.

Zurück blieb nur ein dunkler und verbrannter Schacht, der wie ein Höllenschlund aus dem noch glühenden Torfboden klaffte.

Die Riettüfel Triber stiessen ein fürchterliches Grollen aus ihren rauchigen Kehlen und stampften mit Ihren scharfen Klauen und fellbesetzten Hufen auf den dumpfen Moorboden. Einer nach dem Anderen sprang in den Schlund und war augenblicklich in dem düsteren Erdloch nicht mehr zu sehen.

In den nächsten Monaten werden die Riettüfel Triber bemüht sein die Nebelgeister, tief unten im Schollenriet, gefangen zu halten. Mit der Hilfe ihrer Verbündeten, den lodernden Feuer, werden sie dem Nebel Einhalt gebieten. Die siegreichen Riettüfel Triber werden die Nebel jedoch nicht ewig in der tiefen Gruft gefangen halten können. Die stürmischen Mächte der Nebelgeister werden in den kommenden Raunächten wieder mit neuen Kräften erwachen.

Der ewige Kampf um die Herrschaft im Reich der düsteren Moore wird nie enden. Und SIE, die Regenten über und unter dem Schollenriet, DIE RIETTUEFEL TRIBER, Sie werden keiner Schlacht aus dem Weg gehen. Mutig werden SIE wieder zusammenstehen und sich jedem noch so erbitterten Kampf stellen.

Cookie-Regelung

Diese Website verwendet Cookies, zum Speichern von Informationen auf Ihrem Computer.

Stimmen Sie dem zu?