Brauchtum

Das Perchtenbrauchtum wird bereits seit Jahrhunderten in gewissen Teilen von Österreich und im südbayrischen Raum gelebt. Der tiefere Sinn des Perchtenkultes lag einerseits in der Vertreibung der Dämonen, andererseits sollten durch ihn auch die guten Geister gerufen werden.

Die tiefe Naturverbundenheit des Bauern veranlasste ihn, alle Naturereignisse auf das Wirken höherer Gewalten zurückzuführen. Missernten und Unfruchtbarkeit wurden der Tätigkeit unsichtbarer, übel wollender Mächte zugeschrieben. Um diese von sich, seiner Familie, von Haus und Hof, von Vieh und Feldern zu bannen, wandte der Bauer alle Mittel an, die ihm zur Verfügung standen. Es herrschte allgemein der Glaube, dass gewissen Masken die Kraft innewohne, böse Dämonen zu vertreiben. Man ging am wirksamsten gegen diese vor, wenn man sich selbst ein möglichst abstossendes, fratzenhaftes Aussehen gab. So entstanden die hässlichen, so genannten “Schiach-Perchten”.

Wehe dem, der sich über die Perchten lustig macht der wird von ihnen nicht beachtet. Die Perchten ziehen weiter ohne zu tanzen, was als schlechtes Zeichen für das kommende Jahr gewertet wird. Deshalb werden die Perchten auch überall mit Begeisterung empfangen und begrüsst. Denn man sieht in ihnen die Boten, die Glück und Fruchtbarkeit verleihen, in dem sie symbolisch den Kampf des Sommers gegen den Winter, des Tages gegen die Nacht und des Guten gegen das Böse darstellen. Das Wischen mit den Pferdeschwänzen soll Glück und Fruchtbarkeit bringen. Bemerkenswert ist aber die Tatsache, dass dies nur solche Menschen in den Bannkreis ihrer Tätigkeit zieht, denen die Perchten gut gesinnt und Glück bringen wollen.

Der Perchtenlauf ging aus einem alten heidnischen Kult hervor. Schon während der Übergangszeit des Heidentums zum Christentum wurden Aufzüge in Tiergestalten und Vermummungen erwähnt. Diese Aufzüge wurden vom jungen Christentum als Reste altheidnischer Gepflogenheiten bekämpft. Diese Bräuche sind durch Predigten aus dem 6. und 7. Jahrhundert schriftlich belegt.

Heute sind die tieferen Zusammenhänge dieses Brauches und sein ursprünglicher Zweck längst in Vergessenheit geraten - aber das Brauchtum als solches wird weiter gelebt.